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Pamperismus und Opferitis Humana

Aktualisiert: 17. Juli 2023

Vlogbeitrag von Irina Katinka Horvath


Vorweg: Dieser Vlog hat Triggerpotenzial. Lies nur weiter, wenn du in der Stimmung dazu bist, etwas Neues über dich zu erfahren.


Heute möchte ich dich auf ein spannendes Thema sensibilisieren. Im Moment bekomme ich ganz viele Rückmeldungen von meinen Mentees und Student*innen, dass sie diese Erfahrungen aktuell vermehrt erleben und auch ich kenne diese Erfahrungen aus unterschiedlichen Kontexten.


Wie denkst du über folgende Frage:

Muss eine Therapeutin, ein Coach oder ein Mentor, seine Klient*innen, ein Lehrer seine Schüler*innen und ein Chef seine Angestellten, eine Mutter/ein Vater, die Partner*in den anderen „pampern“?


Nun zuerst zur Wortdefinition „pampern“. "Jemanden pampern" bedeutet, jemanden besonders liebevoll, fürsorglich und verwöhnt zu behandeln. Es beinhaltet oft das Erfüllen von Wünschen, das Verwöhnen mit Aufmerksamkeit, Zuneigung und Luxus. Es kann sich um eine gesteigerte Form der Fürsorge handeln, bei der man sich um das Wohlbefinden und die Bedürfnisse einer Person kümmert und ihr besondere Aufmerksamkeit schenkt.


Wenn du jemanden über längere Zeit pamperst, kann dies negative Auswirkungen haben. Hier sind einige mögliche ungesunde Aspekte: 1. Abhängigkeit: Wenn du jemanden zu sehr verwöhnst, könnte dies dazu führen, dass die Person abhängig von deiner ständigen Fürsorge wird und Schwierigkeiten hat, selbstständig zu handeln oder Entscheidungen zu treffen. 2. Verwöhnte Erwartungen: Wenn du jemanden immer und übermäßig verwöhnst, könnten unrealistische Erwartungen entstehen. Die Person könnte Schwierigkeiten haben, mit Frustrationen oder Enttäuschungen umzugehen, wenn sie nicht immer das bekommt, was sie möchte. 3. Mangelnde Selbstständigkeit: Durch übermäßiges Verwöhnen kann die Fähigkeit zur Selbstständigkeit und Selbstversorgung beeinträchtigt werden. Die Person könnte Schwierigkeiten haben, grundlegende Aufgaben oder Verantwortlichkeiten eigenständig zu bewältigen. 4. Verlust von Motivation: Wenn jemand zu sehr umsorgt wird, könnte dies dazu führen, dass die Person ihre Motivation verliert, sich anzustrengen oder Ziele zu verfolgen. Warum sich anstrengen, wenn alles einem in den Schoß fällt?


Warum kann ich als Therapeut*in, Coach, Mentor*in, Lehrer*in, Partner*in, Ehefrau/Ehemann, Freund*in Gefahr laufen überhaupt dahin zu kommen, jemanden viel zu sehr zu pampern?


Das hat mit dem eigenen Bindungsstil, mit dem daraus entwickelten Selbstwert und Selbstbild, mit dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung und dazugehörigen Werten zu tun.


Ein übersteigertes, ja schon fast toxisches Verantwortungsgefühl oder Altruismus hat nichts mit Bewusstsein zu tun. Sondern ist eine Konditionierung. Dahinter kann stecken:


· Die Angst vor Ablehnung: Menschen, die Angst vor Ablehnung haben, versuchen oft, anderen zu gefallen, um ihre Zustimmung und Akzeptanz zu gewinnen. Sie haben Angst davor, dass andere sie ablehnen oder kritisieren könnten, wenn sie ihre eigenen Bedürfnisse und Meinungen äußern.


· Niedriges Selbstwertgefühl: Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl haben oft das Bedürfnis, von anderen gemocht und geschätzt zu werden. Sie glauben, dass ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche weniger wichtig sind als die anderer Menschen und setzen diese daher oft hinten an.


· Soziale Konditionierung: In unserer Gesellschaft wird oft Wert auf Höflichkeit, Harmonie und das Wohl anderer gelegt. Menschen – insbesondere Frauen in den patriarchalen Strukturen - werden oft dazu erzogen, sich um das Wohl anderer zu kümmern und ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.


· Belohnung und Bestätigung: Menschen, die andere ständig zufriedenstellen und deren Erwartungen erfüllen, erhalten oft positive Rückmeldungen und Anerkennung von anderen. Dies kann dazu führen, dass sie dieses Verhalten weiterhin aufrechterhalten, um diese Belohnungen und Bestätigung zu erhalten.


Solche Menschen werden auch «People Pleaser» genannt. Sie ist eine Person, die ein starkes Bedürfnis hat, anderen Menschen zu gefallen und ihre Zustimmung zu gewinnen. Obige verschiedenen Gründe zeigen vereinfacht auf, warum Menschen zu "People Pleasern" werden können.


Oftmals haben «People Pleaser» einfach die Schwierigkeit, "Nein" zu sagen und setzen die eigenen Bedürfnisse und Grenzen hinten an. Dieses Verhalten kann zu einem Mangel an Selbstwertgefühl, Überlastung und Unzufriedenheit führen, da die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt werden.


Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen, die versuchen, anderen zu gefallen, automatisch "People Pleaser" sind. Es ist ein kontinuierliches Verhaltensmuster, bei dem die eigenen Bedürfnisse und Grenzen regelmäßig vernachlässigt werden, um die Zustimmung und das Wohl anderer zu gewährleisten.


Spannend ist natürlich die Gegenseite zu beobachten, wenn ein «People Pleaser» beginnt vermehrt NEIN zu sagen.


Das kommt nicht immer gleich gut an. Insbesondere bei Menschen, die sehr viel Aufmerksamkeit benötigen, sich aber wenig um die Bedürfnisse anderer kümmern. 



Metaphorisch würde ich sie als Energievampire bezeichnen.


"Energievampir" ist ein Begriff, der verwendet wird, um Menschen zu beschreiben, die dazu neigen, die Energie und Ressourcen anderer Menschen zu absorbieren oder auszunutzen.


Diese Menschen können emotional sehr anspruchsvoll sein und ständig Aufmerksamkeit, Unterstützung oder Hilfe von anderen benötigen. Sie können negative Emotionen, wie Drama, Klagen oder Beschwerden, verbreiten und andere in ihren Problemen und Konflikten einspannen.


Energievampire können dazu führen, dass sich andere Menschen (People Pleaser) erschöpft, ausgelaugt und emotional belastet fühlen, da sie ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, um den Energievampiren zu helfen oder sie zufriedenzustellen.


Sensibilisiert? Wenn du dich im einen oder anderen wiedererkennst, dann kannst du in Zukunft wirklich folgendes bewusster FÜR DICH tun:


1. Erkenne, wann immer du selbst im Mangel bist. Wann du bedürftig bist. Es ist völlig normal, dass wir nicht immer Highlevel Happy und in Harmonie sind. Die Frage lautet dabei immer, wie du damit umgehst und was du bereit bist zu verändern und dafür zu tun.

2. Akzeptiere deine Gefühle UND Gedanken. Und sieh, dass du diese Gefühle und Gedanken hast, du sie jedoch nicht bist.

3. Erforsche deine Bedürfnisse. Wenn du deine Bedürfnisse gerade nicht besonders gut erkennen kannst, dann tue in diesem Moment etwas, das dir dabei verhilft einen Perspektivenwechsel einzunehmen: kalt duschen, Spaziergang in der Natur, Musik hören, intuitives Schreiben, verlangsamen, in den Körper kommen.

4. Setze dir bewusst einen Fokus! Worauf möchtest du in deinem Leben, in deinen Beziehungen, in deiner Kommunikation nach Innen und Aussen deine Aufmerksamkeit richten? Erinnere dich: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!

5. Respektiere deine Grenzen. Nimm sie ernst und setze sie auch. Halte dir deinen eigenen Raum. Sei nett und mitfühlend ZU DIR. Versuche nicht, Gesprächsthemen auf positive oder neutrale Themen zu lenken, um andere davon abzuhalten, dich emotional zu erschöpfen. Es ist auch hilfreich, Zeit mit Menschen zu verbringen, die dir Energie geben und dich unterstützen.

6. Finde eine gesunde Balance zwischen Fürsorge und Eigenständigkeit, um sicherzustellen, dass dein Gegenüber sich weiterentwickeln und eigenverantwortlich handeln und sich um die eigene Bedürftigkeit kümmern (lernen) kann.

And Last but not Least:


Reflektiere immer wieder für dich:

Wo hast du die Türen soweit offen, dass es Platz für jeden hat, und du wirst zur Fussabtreter*in?


Wo ist der Türspalt so eng, dass aufgrund deiner Erwartungen und Vorstellungen gar niemand hindurch kann oder nur wenige?


Wo ist es gut und wichtig Standards zu haben und dich dafür auch selbst anzuerkennen? Und dich dafür zu akzeptieren, dass du diese auch hast! Wichtig: dann nicht zu jammern, wenn du deinen eigenen Standards gerecht wirst und es dann natürlich auch Konsequenzen in der Beziehung hat.


Du trägst du Verantwortung. FÜR DICH:


Leben ist kein Zwang. Und du steckst nicht in einem Zwangskontext.


Du bist ein intelligentes Wesen, das einen gesunden Menschenverstand hat, sich die eigene Realität zu erschaffen.


Und zwar so, wie es für DICH stimmt. In allem.

Es hängt immer von DEINEN Entscheidungen ab.


Lerne durch beobachten, nachmachen, evaluieren und neu entscheiden.


Bereit dazu?



Über die Autorin:

Irina Katinka Horvath ist Mentorin für Selbstermächtigung. Über 20 Jahre unterrichtete und begleitete sie als Dipl. Sekundarlehrerin Phil I Jugendliche in verschiedenen Schulen und Institutionen, seit 12 Jahren Erwachsene in Ausbildung zur Tanztherapie.


Nebenberuflich hat sie zuerst ihr eigenes Business aufgebaut, um Frauen in ihre Selbstermächtigung zu begleiten, ihre stärkste und freieste Version, ihr Bestes, privat und beruflich zu leben.


Ihre Berufung ist es, das Leben mit gehaltvollen und ganzheitlichen Erfahrungen anzureichern und Menschen zu zeigen, wie sie selbst zu einer besseren Ausrichtung im weltlichen wie auch spirituellen Bereich finden. Wie sie Herzensangelegenheiten in ihrem Leben auf den Weg und ihre Welt in Bewegung bringen können.


Seit 2017 hat sie als Dipl. Kunsttherapeutin ED, Fachrichtung Tanz und Bewegung in Zürich eine eigene Praxis geführt und baut seit 2019 ihr stetig wachsendes Onlineunternehmen auf, um ebenso als Digitale Nomadin ihren Lebenstraum längerfristig zu erfüllen:


Auf der ganzen Welt unabhängig live und online mit vielen Menschen zu arbeiten, die ein sinnerfülltes, glückliches Leben für sich und für andere erwirken wollen.


Wie es auch dir gelingt, selbstbestimmter, unabhängiger und trotzdem in Verbundenheit zu leben, erfährst du bei HEART EMPOWERMENT oder BEYOND LIMITS. Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch bei Irina oder abonniere ihren Newsletter.


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