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Ein Plädoyer für weniger Selbstliebe

Aktualisiert: 29. Juli 2022

Ein Gastblogbeitrag von Viola Heller


Der Schlüssel zu einer guten Beziehung und einem glücklichen Leben ist die Selbstliebe und Selbstakzeptanz. NICHT!


Vor Jahren sagte eine Therapeutin, zu Barbara, einer Kundin von mir, dass sie sich selbst lieben müsse, um eine schöne Beziehung und ein glückliches Leben zu führen 🙅‍♀️.

Das machte mich richtig sauer. Denn meine eigenen Erfahrungen haben mich etwas anderes gelehrt.


Jahrelang habe ich selbst mit diesem Glauben gelebt, hab’ an meiner Selbstliebe und an meiner Selbstakzeptanz gearbeitet und unzählige Bücher gelesen und diverse Seminare dazu besucht.


Hat es gewirkt?

Jein!


Es gibt Tage, an denen ich mich super finde und dann gibt es Tage, an denen ich mich eher eine Zumutung finde. Für meine Umwelt und für mich selbst.

Und weißt du was, dann kann ich mir nicht liebevoll sagen, dass dies alles ok ist und sein darf. Also sagen kann ich es mir schon, aber es nützt dann nichts.

Dann finde ich mich nämlich ätzend. Und kann das auch nicht akzeptieren. Dann will ich dieses blöde Gefühl einfach so schnell wie möglich loswerden. Punkt.

Und trotzdem habe ich ein glückliches Leben und auch eine gute Beziehung.

Manchmal. Und manchmal auch nicht.


Und genau das sagte ich zu Barbara, die sich mächtig unter Druck setzte, um sich selbst zu lieben, damit sie endlich ihren Traummann oder ihre Traumfrau (Ja, Barbara ist Bi) finden kann.


«Ich will mich erst um mich selbst kümmern. Ich habe da noch einige Baustellen, die ich erst aufräumen muss,» sagte sie.


Ich sah ihr den Stress förmlich an. Dieser Stress, der mich selbst so lange begleitete.

Also sagte ich ihr: “Vergiss das! Wenn wir erst eine Beziehung eingehen können, wenn wir uns selbst lieben, dann wäre 99% der Menschheit Single”.

Klar hilft es, wenn du dich selbst und deinen Wert kennst und dich akzeptierst, wie du bist. Das macht das Leben sicherlich einfacher. Aber es ist nicht die ausschlaggebende Bedingung für eine Beziehung und ein glückliches Leben.


Selbstliebe als Stressfaktor

Inzwischen bin ich der tiefen Überzeugung, dass das Thema Selbstliebe und Selbstakzeptanz mehr Stress und Druck verursachen, als dass es Gutes tut.


Einerseits, weil es für viele unerreichbar scheint, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren, wie sie sind. Und sich dann selbst Vorwürfe machen, dass sie es trotz jahrelanger Persönlichkeitsentwicklung immer noch nicht hingekriegt haben. Sie verurteilen sich selbst dafür und kreieren ungesunden Druck


Gleichzeitig beobachte ich, dass Frauen (und auch Männer, aber mit ihnen arbeite ich weniger), die es geschafft haben, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren, wie sie sind, Mühe haben, sich wirklich in eine Beziehung einzulassen.


Sie sind sich so gewohnt, ihr eigenes Ding zu machen und damit glücklich zu sein, dass sie wirklich niemanden mehr «brauchen». Sie haben einen hohen Grad an Unabhängigkeit erreicht.


Ja und, ist doch super, magst du dir denken.


Jein.


Ja, es ist toll, dass Frauen heute unabhängig sind und niemanden mehr brauchen, um sich komplett zu fühlen und glücklich zu sein. Das feiere ich jeden Tag. Und auch für mich ist Unabhängigkeit und Freiheit neben Weiterentwicklung der höchste Wert in meinem Leben.


Aber die Kehrseite davon ist, dass damit auch immer die Befürchtung mitschwingt, diese Unabhängigkeit könnte verloren gehen, wenn wir uns auf jemanden wirklich einlassen.


Verhindert Selbstliebe eine (Liebes-)Beziehung?


Vor kurzem machte ich einen Post auf Instagram zum Thema Selbstliebe. Darunter antwortete mir eine Leserin, dass sie sich selbst sehr liebe und darum die meisten Menschen, die sie kennenlerne, nichts für sie wären. Dass sie sich diese nicht «antun» müsse.


Das hat mich, ehrlich gesagt, ein wenig traurig gemacht.


Weil es schlussendlich unsere Verbindungen sind, die unser Leben schön machen.


Weil es die schönen und auch herausfordernden Erfahrungen mit anderen Menschen sind, die unser Leben ausmachen. Wir sind bei allen Errungenschaften der Individualisierung, hinter der ich voll und ganz stehe, auch soziale Wesen.


Wir brauchen einander und sind schlussendlich alle miteinander verbunden.


Und wir rauben uns selbst unserer Entwicklungsmöglichkeiten, wenn wir uns im Namen der Selbstliebe abgrenzen und uns nicht mehr mit Haut und Haaren auf Beziehungen einlassen. Auf Beziehungen im Allgemeinen und auch auf Liebesbeziehungen.


Natürlich könnte man hier nun die Diskussion führen, inwiefern es heute noch Liebesbeziehungen braucht. Das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.


Wichtig ist mir allerdings zu erwähnen, dass ich mit Liebesbeziehung nicht die klassische Zweierkiste zwischen Mann und Frau meine, sondern eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die ihre eigene Form von Beziehung definieren. Sei dies die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau, sei es die Beziehung zwischen Queer-Menschen, oder die Beziehung, die offen ist, die polyamouröse Beziehung, oder was auch immer.


Es ist diejenige Beziehung richtig, die für alle involvierten Menschen stimmig ist.


Plädoyer für mehr Hingabe

Wenn Selbstliebe schlussendlich aber nichts anderes als eine hohe Schutzmauer ist, die verhindert, dass wir uns wirklich auf andere Menschen und damit auch auf uns selbst einlassen, dann plädiere ich für weniger Selbstliebe.


Dann plädiere ich stattdessen für mehr Hingabe ans Leben und an die Liebe. Dafür, dass wir uns in die Wogen und Wellen der Liebe schmeissen und lernen, dass wir manchmal surfen, manchmal untergehen und immer wieder auftauchen.


Weil wir darauf vertrauen, dass wir mit allen, was uns das Leben und die Liebe vor die Füsse legt, umgehen können. Und das ist so gut wie Selbstliebe.


Wie siehst du das?



Die Autorin

Viola Heller begleitet erfolgreiche Single Ladies in die Liebe und in ihre Wunschbeziehung.


Mit ihrem Love Mentoring hilft sie ihren Kundinnen dabei, ...


· ... zu erkennen, wer wirklich zu ihnen passt, satt eine unrealistische Wunschliste durchzugehen, sobald sie jemanden treffen.

· ... wieder daran zu glauben, dass es auch für sie einen passenden Partner oder eine passende Partnerin gibt, der/die sie liebt, wie sie sind.

· ... so zu daten, dass es zu ihrer Persönlichkeit passt und Spass macht. Denn so sind sie im richtigen Vibe, um gute Männer oder Queer Frauen kennenzulernen.

In ihrer Arbeit als Mentorin für Single Ladies nutzt Viola Heller ihre langjährige Erfahrung als Transformationsexpertin in der Wirtschaft sowie ihre tiefe Auseinandersetzung mit Persönlichkeitsentwicklung und übersetzt dieses Know-How in den Bereich von Liebe & Dating.


Ihre einzigartige Kombination aus praktischen Tools, innerer Arbeit, Embodiment und Mindset Shifts ist der Grund, dass ihre Kundinnen erfolgreich die Liebe finden und eine schöne Beziehung auf Augenhöhe leben.


Privat hat sie ihr Daheim in Zürich und lebt als Digitale Nomadin dort, wo ihr Herz sie hinträgt. Sie tanzt gerne Bachata und Salsa und ist für eine Tasse Earl Grey und ein Stück Zitronenkuchen immer zu haben.


Homepage: https://www.violaheller.com

Instagram: https://www.instagram.com/_viola_heller_



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