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An einer Tankstelle die Welt gerettet

Aktualisiert: 17. Juli 2023

Wie eine Tankstellen-Begegnung mein Schubladendenken herausforderte und ich die Welt rettete

Manchmal passieren die witzigsten Dinge an den ungewöhnlichsten Orten. In diesem Blog-Beitrag möchte ich dir von einer unerwarteten Begegnung an einer Tankstelle erzählen, bei der ich nicht nur mein Schubladendenken über Bord werfen durfte, sondern auch die Welt einer betagten Dame inklusive ihrem Auto rettete. Lasst euch von dieser amüsanten Geschic


hte daran erinnern, wie wichtig es ist, unsere Vorurteile zu überwinden und in die Dinge welche in unserem Leben passieren, die Freude rein zu bringen.


Es war einer dieser vollen Tage, an dem ich auf dem Weg von einem zum nächsten Termin tanken musste. An der nächsten Tankstelle hielt ich an und lud wie immer meinen Rolli aus und fing an zu tanken. Während ich Gedankenversunken dort stand und auf das beendende Klicken des Zapfhahns wartete, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir: "Entschuldigung..."


Ich kenne diese Situationen: Jemand will wissen wo ich meinen Rollstuhl her habe, man bewundert mich für das Autofahren und dass ich selber tanke, man will mir Hilfe anbieten oder man schlägt mich vor, an einem Marathon teilzunehmen. Aber diesmal war es anders. Als ich mich umdrehte, sah ich eine adrett gekleidete ältere Dame, die sehr aufgeregt war. Sie bat mich um Hilfe und fügte hinzu: "Bei meinem Auto..."

Ich war perplex: Eine Dame braucht Hilfe. Bei ihrem Auto. Und dazu sucht sie sich ausgerechnet mich, eine Rollstuhlfahrer als den Superhelden ihrer Autofahrer-Probleme aus? Hat mein Rollstuhl in ihren Augen mir plötzlich magische Superman-Kräfte verliehen? Doch im gleichen Moment wurde mir klar, wie schnell ich in Schubladen dachte. Denn normalerweise werde ich von anderen Menschen in die Schublade „Was ein Rollstuhlfahrer alles nicht kann" gesteckt. Und jetzt war es genau anders herum. Ich habe mich selbst in eine Schublade gesteckt, in der ich selbst eigentlich garnicht sein will. Spannend…


Trotz meiner Verwirrung antwortete ich höflich und vorsichtig, dass ich ihr natürlich gerne helfen würde. Es stellte sich heraus, dass sie ein Problem mit ihrem Reifenfülldruck hatte und eine Warnlampe im Cockpit aufleuchtete. Hurra: ein Problem, das ich lösen konnte, ohne meine neuen magischen Supermankräfte einsetzen zu müssen. Ich zeigte ihr den Weg zur Luftfüllstation an der Tankstelle, beendete mein Tanken und folgte ihr zu ihrem schicken Audi Cabrio.


Ich erklärte ihr jeden einzelnen Schritt und ließ sie es aber selbst durchführen. Ich fühlte mich wie ein Vater, der seinem tollpatschigen Kind beibringt, wie man die Schuhe bindet. Es beruhigte sie es merklich, dass sie das Ganze selbst schaffte. Alles funktionierte reibungslos. Am Ende bat sie mich noch darum, die rote Lampe im Cockpit auszuschalten. Tja, wenn man schon den Luftdruck beheben kann, dann ist das Zurücksetzen des Bordcomputers ein Kinderspiel! Ihr herzlicher Dank verbunden mit einem lockeren Spruch zeigten mir auf, warum sie ausgerechnet mich um Hilfe gebeten hatte: Weil ich auch einen Audi fahre! So einfach - nicht mehr und weniger. Mein Rollstuhl schien in diesem Moment für sie völlig ausgeblendet zu sein. Für sie zählte nur die Warnlampe im Cockpit. Was für ein bemerkenswerter Fokus auf das Wesentliche!

Es war ein wunderbarer Moment zu realisieren, dass ich in dieser Situation dazu beitragen konnte, die Welt dieser Dame zu retten. Ihr Auto war wieder in Ordnung, und sie konnte ihre Fahrt fortsetzen. Trotz meiner Eile schaffte ich es locker, meinen nächsten Termin zu erreichen. Manchmal sind es gerade die unerwarteten Momente, die uns spannende Erkenntnisse bescheren: so kann Leben sein.


Mein Learning

Diese irgendwie witzige Begegnung an der Tankstelle hat mir mal wieder eine wichtige Lektion über Schubladendenken und Vorurteile gelehrt. Wir neigen oft dazu, Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder vermeintlicher Fähigkeiten zu beurteilen. Doch indem wir unsere Vorurteile überwinden, können wir nicht nur anderen Menschen helfen, sondern auch uns selbst bereichern. Wenn wir da noch die Freude und den Humor mit rein nehmen, wird es einfach und leicht unseren Blick zu weiten und das Leben in all seinen individuellen und lustigen Facetten zu genießen.


Das wünsche ich dir: pack die Freude in dein Abendteuer Leben!

Dein Stephan


Über den Autor:

Freude: das Feuerwerk für deine Potentialentfesselung


Oft sehen wir den Weg nicht oder kommen nicht in unsere Kraft. Stephans Antwort ist einfach: Freude ist der Schlüssel. Es ist eine Art von verführerischer Kunst welche pure Potentialentfaltung ist. Das bringt Menschen in ihre Brillanz und verleiht damit unserem Leben Sinn.


Stephan ist diesen Weg selbst gegangen. Damit inspiriert, begeistert und ermutigt er die Menschen zu mehr Freude in ihrem Leben.


Stephan Freude ist nicht nur mehrfach ausgezeichneter Speaker, Dozent mit Lehrauftrag, sondern auch ein Botschafter für Unternehmen und vor allem für die Freude selbst.

Sein Lebensweg ist besonders, denn mit 22 Jahren überlebte er einen schweren Unfall und sitzt seither querschnittgelähmt im Rollstuhl.

Heute ist er Impulsgeber und MutMacher der besonderen Art: Sein Mindset ist beeindruckend, positiv ansteckend und voller Freude.






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