Lass deine emotionale Abhängigkeit liebevoll los

Ein Gastblogbeitrag von Tanja Hummel


Emotionale Abhängigkeit hält Frauen ab, in die Souveränität (mehr zum Thema weibliche Souveränität) zu kommen und diese in ihrem Alltag zu leben. Das Leben innerer und äußerer Freiheit UND Unabhängigkeit wird durch emotionale Abhängigkeit zu anderen Menschen erschwert.


Sind wir emotional abhängig lassen wir uns teils bewusst, teils unbewusst durch andere Menschen leiten.


Was heisst eigentlich emotional abhängig zu sein und was kannst du tun, um dich davon zu befreien?


Emotionale Abhängigkeit finden wir in allen Beziehungen unseres Lebens wieder: im Familiensystem, in Paar- und sozialen Beziehungen und in beruflichen Beziehungen.


Wenn wir uns dem Thema der emotionalen Abhängigkeit nicht stellen, wird die Beziehung und Verbindung zu uns selbst unvollständig sein und bleiben.


Wer du wirklich bist und was dich in deinem Kern, deiner Essenz ausmacht bleibt unberührt. Dabei durchtrennt die emotionale Abhängigkeit die Verbindung zu dir selbst und ist oft ein schleichender Prozess.


Und bei genau diesem Prozess spielt die innere und äußere Freiheit eine wichtige Rolle. Sie kann dir zur emotionalen Unabhängigkeit verhelfen. Viele Menschen streben im ersten Schritt die äußere Freiheit im Sinne der finanziellen oder sozialen Abhängigkeit, der Orts- oder Zeitunabhängigkeit an.


Für mich ist das Erreichen der inneren Freiheit ein spiritueller Akt, der zum tiefen Kern unserer menschlichen Existenz führen kann.


Sind wir innerlich frei ergibt sich automatisch die äußere Freiheit, die weit mehr als nur materialistisch ist.


Mit der inneren Freiheit lassen wir Konzepte, Konditionierungen, Ängste und Muster los. Wir brauchen uns dann über die Dinge im Außen keine Gedanken mehr machen. Ich behaupte, dass uns das Außen dann nicht mehr so wichtig ist. Das können materielle Dinge, aber auch Meinungen und Haltungen anderen Menschen sein.


Insbesondere Frauen haben oft die Schwierigkeit sich von Zeit zu Zeit mal vom Außen zurückzuziehen. Sie brauchen oft den Kontakt zu Menschen, um sich selbst zu spüren und sich damit emotional einzuordnen.


Die Haltung und Meinungen anderer Menschen können oft wichtiger sein als die eigenen. Hinzu kommt ein schwach ausgeprägtes Selbst- oder Urvertrauen.


Der Weg wird dann meist von anderen Menschen vorbereitet. Das darunter liegende Muster ist die Angst vor Verlust und die Angst nicht (mehr) geliebt zu werden. Die Konsequenzen dieser Angst bedeutet in dem Alltag der Frauen ein unglaublicher Verlust der eigenen Lebensenergien, ein Gefühl ausgebrannt zu sein und nur nur noch zu funktionieren. Die Energie im eigenen Becher ist leer und kann durch das ewige Abgeben an andere auch nicht mehr aufgefüllt werden.


Durch die emotionale Abhängigkeit wird das eigene Leben unwichtig und uninteressant. Frauen leben dann nicht mehr ihr eigenes wahrhaftiges und authentisches Leben sondern DAS der anderen.


Hinzu kommen die ständigen Vergleiche mit anderen Menschen. Mehr noch der Vergleich mit anderen Frauen, der sich immer wieder um die Selbstabwertung kreist. Und dieser Vergleich erschwert es den Frauen weiter zu sich selbst zu finden. Helfen kann dabei die Verbindung und Praxis zum eigenen Körper mit Hilfe von Embodiment Techniken (hier mehr zu meinem Kurs Somatic Feminine Yoga & Meditation ).


Ein wichtiger Spiegel ist auch das Familien- und Ahnensystem. All das was Frauen durch ihr eigenes System zum Thema Beziehungen, emotionale Abhängigkeit, Beziehungswerte und Glaubenssätze erfahren und gelernt haben, ist sehr alt. Mit diesem alten Thema leben Frauen auch ein Stück das Leben ihrer Eltern und Ahnen.


Die Fragen nach der eigenen Identität und den eigenen Bedürfnissen werden irgendwann auftauchen. Damit eigene Vollständigkeit möglich ist, ist es sinnvoll sich diesen Fragen bewusst zu stellen. Um das Außen loszulassen zu können, muss die bSelbstverantwortung für das eigene Leben übernommen werden.

Um überhaupt für andere Menschen da sein und sie unterstützen zu können müssen wir selbst erstmal lernen, uns mit kraftvoller Energie aufzufüllen. Das Auffüllen ist dabei EIN Teil. In dem anderen Teil versuchen wir unseren eigenen Becher immer voll zu haben, um aus diesem für andere Menschen unterstützend schöpfen zu können.



Wie wirkt sich (emotionale) Abhängigkeit in unserem System aus?

Es gibt nicht nur die emotionale Abhängigkeit. Es gibt unendlich viele Abhängigkeiten in unserem menschlichen Dasein. Diese sind bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägt.


Wenn wir uns Abhängigkeiten hingeben verschaffen wir uns Sicherheit und eine Art Regulation. Wir wollen unser angespanntes, vegetatives Nervensystem beruhigen und entspannen.


Auf der psychologischen Ebene geht es vor allem um das Thema der Angst und wie wir aus dieser heraus handeln, uns verhalten und reagieren.


Wie ich schon weiter oben erwähnt habe geht es bei der emotionalen Abhängigkeit um die Angst vor Verlust, Angst vor Bewertung, Angst nicht geliebt zu werden oder die Angst von der eigenen sozialen Gruppe ignoriert oder sogar ausgeschlossen zu werden.


Gerade der Ausschluss aus der eigenen Gruppe ist für Frauen besonders bedrohlich, da sie die Aufgabe haben in Gruppen, Familien und Communities für den Zusammenhalt, für den Schutz und das Nähren in ihnen zu sorgen. Damit haben Frauen eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe - nicht nur in der Gesellschaft.


Der Rauswurf aus ihrer sozialen Gruppe könnte dann mit einem Sterben oder dem Gefühl sich aufzulösen gleichgesetzt werden.


Das Verhalten unentbehrlich sein zu müssen und zu wollen, ist dann als Verhalten in Beziehungen zu beobachten.


Die eigenen Bedürfnisse werden komplett zurückgestellt.

Im Alltag können wir beobachten wie Frauen dann alles tun um ihren Partner/Partnerin zu gefallen und ihnen als recht machen zu wollen. Das Gegenüber wird zum zentralen Moment für alle Belange des Partners/Partnerin. Wenn sich dieses Verhalten weiter fortsetzt, können die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr wahrgenommen werden. Es braucht Bewusstsein und Ehrlichkeit, um sich der Tiefe der emotionalen Abhängigkeit widmen zu können. Angst gesteuerte Macht, Manipulation und Kontrolle in Beziehungen sind dann weiterführende Themen.


Für mich persönlich ist die Arbeit an und mit emotionaler Abhängigkeit eine Prozessarbeit. Ich bin der Meinung, dass gerade durch diese „alten“ Familien- und Ahnenthemen keine schnelle Lösung auffindbar sein wird - auch wenn ich das entgegengesetzt zu meiner Haltung bei Kollegen/Innen lese. Es braucht Zeit, Geduld und Akzeptanz mit der emotionalen Abhängigkeit in die Auseinandersetzung zu gehen.


Was fehlt dir, um in die Unabhängigkeit zu kommen und was kannst du tun um diese zu erlangen?

  • Kultiviere mehr Bewusstsein

  • Akzeptiere deine emotionale Abhängigkeit und sei diesbezüglich ehrlich zu dir selbst

  • arbeite an deinem Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

  • Komme deinem Urvertrauen auf die Spur

  • Übernimm Selbstverantwortung für dein Thema und werde selbständiger

  • Kümmere dich um deine Selbstfürsorge und schaue dir dabei das Thema

  • Selbstmitgefühl und Selbstliebe an. Dabei geht es insbesondere um deine Wünsche und Bedürfnisse. Fülle deinen Becher auf, um aus diesem schöpfen zu können, akzeptiere durch Selbstmitgefühl dein eigenes Thema, bleibe wertfrei auch wenn du den Schmerz spürst der mit deiner emotionalen Abhängigkeit zusammenhängt.


Selbstfürsorge bedeutet Zeit mit dir und keinem anderen Menschen, auch wenn du eine Familie/Freunde und/oder eine Partnerschaft hast. Selbstfürsorge bedeutet auch nicht zu telefonieren oder ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu suchen.


Lass los und spüre hinein. Beobachte dabei ob es dir leicht oder schwer fällt mit dir selbst zu sein. Wie geht es dir dabei emotional? Hast du Angst, bist du traurig oder wütend? Kannst du überhaupt mit dir allein sein?


  • Praktiziere Yoga, halte dich in die Natur auf, koche dir dein Lieblingsessen, lese, bastel, male, singe, spiele ein Instrument, massiere dich selbst, lasse dir ein Bad ein, setze dich in die Sonne, beobachte den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, schreibe oder journal


Probiere aus was dir gut tut und dich in die Kraft bringt. Kultiviere Selbstvertrauen in allem was du tust und finde heraus was dich nährt und stärkt.


Finde wieder zu deiner Identität (zurück).

  • Mache dich auf den Weg Grenzen zu setzen. Was sind eigentlich deine Grenzen? Wann gehst du über die Grenzen von anderen hinweg? Wann gehen andere über deine Grenzen? Wie kannst du in kleinen Schritten anfangen Grenzen zu setzen?

  • Wie sieht es mit deinen Werten aus? Was sind deine Werte und lebst du wirklich nach diesen?

  • Welche Stärken hast du oder welche hattest du in deiner Vergangenheit und wieder vergessen?


Wann hat deine emotionale Abhängigkeit so richtig angefangen? In welchen Abschnitten deines Lebens hast du schon einmal Unabhängigkeit oder sogar Souveränität gelebt? Wieso ist das jetzt nicht mehr so? Ab wann hast du aufgehört dich um dich selbst zu kümmern? Wann und mit wem hat deine emotionale Abhängigkeit angefangen?


Auch wenn die emotionale Abhängigkeit ein altes Thema ist, haben wir immer mal wieder Phasen in unserm Leben in denen wir stärker und besser aufgestellt waren. Erinnere dich an diese Phasen und schöpfe aus ihnen. Knüpfe an deine damalige und immer vorhandene Kraft an und integriere sie wieder in deinen Alltag.


Lerne dich immer wieder nur kennen. Denn das Leben von Unabhängigkeit und Souveränität kommt nicht über Nacht.


Es ist der Prozess der eigenen Identität. Denn emotionale Abhängigkeit heißt auch die eigene Identität aus dem Blick zu verlieren. Es lohnt sich diese ins Hier und Jetzt zurück zu holen.


Erforsche dabei auch dein Familien- und Ahnensystem. Tauche tiefer in deine Geschichte ab und erkenne Konditionierungen, Muster, Werte, Schatten und Glaubenssätze die du stellvertretend aus deinem System übernommen hast und gebe sie an die Mitglieder deiner Familie zurück.


Im Hinblick auf deine emotionale Abhängigkeit solltest du dich immer fragen:


❓ Wer bist du mit deinem Familiensystem oder welche Rolle hast du in deine

System und wer bist du ohne dein Familiensystem?


Mit den Antworten auf diese Fragen kommst du deiner Identität und wer du eigentlich bist, auch in deinen (Paar)Beziehungen, näher.


Gehen dir diese Fragen zu tief oder hast du Angst oder Sorge diese auf zu rollen? Dann suche dir lieber einen Therapeuten/eine Therapeutin und lasse dich in deinem Prozess begleiten. Gerne auch bei und mit mir.



Zur Autorin:

Tanja Hummel lebt seit 2016 mit ihrem indonesischen Ehemann, 2 Hunden und 2 Katzen auf Bali. Nach dem Aufbau einer erfolgreichen Psychologischen Praxis & Yogastudio entschied sich Tanja nach über 12 Jahren erfolgreicher Selbständigkeit, das Geschäft zu verkaufen und in die weite Welt zu ziehen.


Tanja hat ihr "Frau Sein" in Form der Weiblichen Souveränität auf Bali neu entdeckt und bietet Somatische Psychotherapie, Embodiment in Form ihres eigenen Yogastils und Somatische Meditationen aus dem weiblichen Buddhismus für Frauen an.


Tanja liebt es, ihre Learnings mit der Welt zu teilen und Frauen zu unterstützen mehr weibliche Souveränität für eine Neue Erde zu leben.


Links:

Homepage: www.tanjahummel.com

Instagram: @tanja_hummel

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/tanja-hummel-655946ba/

































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