Lebe lieber selbstermächtigt und vielseitig

Blogartikel von Irina Katinka Horvath


Ich wurde nie von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern gemobbt. Doch war ich immer irgendwie schon eigen. Ich hatte einen Dickkopf, ging oft damit durch die Wand, schlug mich an, heulte auf und ging wieder weiter. Ich habe definitiv einen starken Willen. Insbesondere früher als Teenager, wenn ich etwas wollte, dann konnte ich das schon durchsetzen. Und das auch sehr bestimmt und bestimmend.


Egal ob als Pfadfinderleiterin, Lehrerin, Dozentin, Selbständige und Unternehmerin, ich ging gerne in Führung. Sah mich lange durchs Band als Alphatier.


Mich zurückzunehmen, zu entspannen und führen zu lassen, hat zu meinem grossen Entwicklungsthema damals in der Ausbildung zur Tanztherapeutin in der Zeit von 2006 bis 2011 gehört.


Du kannst mir glauben: Das war nicht immer nur einfach für mich! Ganz im Gegenteil. Ich stand mir dabei ganz häufig selbst im Weg.


Eins meiner ganz wichtigen Themen, welches ich mir dabei auch genauer anschauen durfte, war: Welche Angst steckt denn hinter dem sich nicht Entspannen, Mich-Führen-lassen und Loslassen können?


Nun: Es war der Verlust von Selbstbestimmung und Autonomie.


Ich bin in einem patriarchalen System aufgewachsen. Was ja völlig gang und gäbig gewesen ist. Sind wir ja mehr oder weniger ja alle. Zwischen der Laissez-faire Erziehung und autoritärem Erziehungsstil gab es ja in den 60er bis 80er Jahren gar nicht eine viel andere Auswahl.


Ich merkte schon früh, dass das Thema Macht ganz viel mit mir machte und mich auch sehr beeinflusste. Ich entwickelte damals als Teenagerin ein Selbstbild von mir, dass ich nur, wenn ich stark bin, ich etwas in meinem Leben erreichen kann. So übte ich mich schon früh darin, meine Ängste, meine Scham und meine Unsicherheiten immer wieder auszublenden oder wegzudrücken. Was hingehend dazu führte, dass ich meine eigenen persönlichen Grenzen und meinen eigenen Raum entweder ganz fest verteidigte, in fest einnahm oder gar nicht.


Das Gute daran war, dass ich dadurch ganz viel auch wagte. Ich reiste alleine, arbeitete auf einem Kreuzfahrtschiff, mit verhaltenskreativen Jugendlichen uvm. Ich nahm an Kursen teil, die anderen Menschen Angst machten, manchmal auch mir oder ich machte Wanderungen, Outdooraktivitäten, ging Liebschaften ein, die auch eine gewisse Risikobereitschaft beinhalteten oder nicht der gängigen Norm entsprachen.


Auch ich kenne den Gedanken und das Gefühl von "Ich bin nicht richtig."

Oder: "Ich genüge nicht." sehr wohl. Je mehr ich mich mit mir, meinem Körper, meinen Gefühlen, Emotionen und Gedanken jedoch auseinandersetzte, umso mehr begriff ich, wie komplex wir als Menschen doch sind und es immer wieder darum geht, mich selbst oder Situationen von ganz unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, um durch diese Vielschichtigkeit die Essenz herauszufiltern.


Ist die Essenz einmal erfühlt, erkannt und ich in der Akzeptanz von dem was ist, dann wird es still, einfach und entspannt.


Ich komme heute sogar zur Haltung, dass ein freies, selbstermächtigtes und lebendiges Leben genau das versucht:


Die Bedingungen für sich selbst so zu organisieren, dass das Leben und die Beziehungen besser, tiefer, reifer, schöner und einzigartiger werden dürfen.


Vielfalt ist der Schlüssel.


Deshalb ist es mir in meiner Arbeit auch so eine Herzensangelegenheit, jegliche Konzepte über sich selbst, das Leben, das Denken, Handeln und Fühlen immer wieder zu hinterfragen: "Nützt mir dieser Gedanke gerade etwas? Wenn ja, wofür?" Und wenn nicht, dann entscheide ich mich dafür, ihn einfach sein zu lassen. Keine weitere mentale und emotionale Energie und Aufmerksamkeit mehr reinzugeben.


Als Tanztherapeutin arbeite ich körperpsychotherapeutisch

Das bedeutet, dass der Körper immer Teil des Prozesses ist. Das ist der Unterschied zu einer Körpertherapie. In der Körperpsychotherapie schauen wir genauer hin, was lässt die Psyche leiden, welche inneren Anteile, Gefühle, Empfindungen werden abgewehrt, d.h. welche innere Dynamik in der Psyche ist ersichtlich, darf aufgedeckt werden und lässt sich auch auf die eigene Biografie zurückführen und welche Wirkung zeigt sich aufgrund dessen auch im Aussen. Wie können die Bedingungen neu oder anders organisiert werden: im Innen wie im Aussen.


Die eigene innerlich verankerte Beziehungsdynamik, die eigenen Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster und deren Wirkweise zu erforschen und zu verstehen, ist deshalb so enorm hilfreich und wichtig, weil sie auch unser sogenanntes Explorationsverhalten, sprich die Art und Weise, wie wir die Welt, unsere Beziehungen und das Leben erkunden und so darin leben, beeinflusst. Dies zeigt sich bereits auch in der Körperhaltung und im Bewegungs- und Tanzausdruck!


Ich gehe heute sogar soweit mich damit zu positionieren:

Je mehr stabile und stärkende Beziehungen du im Hier und Jetzt erfährst, um so mehr besitzt du auch die innere Sicherheit und Stabilität voller Neugier dir das Leben auch einzuverleiben, sprich zu holen, welches du dir von Herzen wünschst.


Viele meiner Klientinnen kommen zu mir, weil sie sich selbst als entweder sehr kopfgesteuert, stark mentalisiert und/oder als emotional erleben und bewerten. Ihre hohen Erwartungen, sowie Perfektionsansprüche an sich selbst, ans Leben und ihre Mitmenschen, ihr vorgefassten Meinungen bremsen sie immer wieder aus. Sie fühlen sich blockiert, verunsichert, vermeintlich nicht wirklich dem folgen zu können, was sie für sich selbst eigentlich wünschen oder wonach sie sich sehnen. Dies kann auf Beziehungsebene sein oder im beruflichen Selbstausdruck. Und dies möchten sie endlich verändern.


Der Konflikt zwischen Kopf und Herz, das oft sich selbst nicht einordnen und greifen können, hat sie auf Dauer auch unzufrieden, oftmals auch rastlos gemacht. Nichts scheint gut genug zu sein. Sie projizieren das Innere nach Aussen. Von einem Therapeuten, Coach, Buch, Podcast, Gratiskurs oder Minikurs zum Nächsten suchen sie nach Antworten und Sicherheiten, die ihnen ihre Entscheidungen abnehmen sollen, oder sie ihre Ungeduld nicht mehr länger fühlen lässt oder ihrer Selbstkasteiung in Sachen Unzulänglichkeit Einhalt gebietet.


Ihr Selbstbild ist voller Konzepte und das schafft bei ihnen noch mehr Verwirrung.

Wenn du dich gerade fragst, was ich mit Konzept meine: Konzepte sind Vorstellungen oder Beschreibungen, wie etwas funktioniert. Meistens wie wir selber zu funktionieren haben, unsere Beziehungen oder unser Leben. Oftmals haben wir für das eigentlich keine Worte.


Klar, auch ich arbeite mit verschiedenen Konzepten. Wie mit den Chakren, dem Visionszyklus, der Entwicklungspsychologie, der Bindungstheorie, den Schutzmechanismen des inneren Kindes, der gewaltfreien Kommunikation, dem Bedürfniskompass, dem Human Design, den Spiral Dynamics oder den Archetypen und und so vielen mehr..... Diese helfen, nicht förderliche Glaubenssätze zu erkennen und zu wandeln. Auf eine andere Art und Weise und aus einer anderen Perspektive. Mich begeistert es, Konzepte miteinander zu kombinieren, denn das weitet meinen Blick und macht es mir leichter zu wachsen und mich zu wandeln.


Warum? Weil es einfach mehr Freude und Spaß macht, wenn ich mein volles Potential mehr lebe, ausdrücke und mich auch damit in der Welt zeige.


Was ich seit geraumer Zeit bei ganz vielen Frauen, sei es in persönlichen ungezwungen Gesprächen und in den Sozialen Medien beobachte, ist, dass sie sich unheimlich schwer tun, sich selbst zu würdigen. Sie selbst sind mit ihrer Selbstoptimierung und stehen mit ihrer eigenen Selbstverwirklichung so unter Druck und im Kampf gegen sich, dass sie auch in der männlichen Höher, Schneller und Weiter-Falle stecken. Vor lauter ihren eigenen einzigartigen Weg zu gehen und ihrer Einzigartigkeit Ausdruck zu verleihen, pushen sie sich selbst so hart, dass sie kurz vor dem Ausbrennen sind. Sich selbst verlieren. Dahinter steckt auch ein Konzept.


In meinen Mentorings ist das immer wieder ein sehr transformierender und hilfreicher Moment, wenn meine Kundinnen ihre eigenen Konzept für sich entschlüsseln und es ihnen sonnenklar wird, wann und wo in ihrem Leben sie Leistungskonzepten unbewusst verfallen sind. Bewusst etwas Unbewusstem auf die Schliche zu kommen, ist so so wertvoll! Denn dann besteht die Möglichkeit aktiv sich neu für einen Wandel zu entscheiden und die Bedingungen neu zu organisieren. Und so für das eigene Lebens- und Beziehungsglück in die Verantwortung zu gehen.


Aktuell plädiere ich besonders für das weibliche Prinzip

Egal ob Frau oder Mann, übe dich wieder mehr zu empfangen und weniger vom Sich-selbst-Pushenden bis zum Abwinken zu tun. Statt permanent an sich selbst rumzuzupfen, einfach auch sich selbst gedeihen zu lassen. Die Dinge dürfen sich auch ganz von alleine entwickeln. In der Ruhe und im Müßiggang. Das bedeutet auch zulassen können. Oft kommt immer von vielen Frauen zuerst einmal ein NEIN.

Aus Angst, die eigene Autonomie und Selbstbestimmung zu verlieren. Dies war lange Zeit sicherlich äusserst wichtig, richtig und nützlich. Doch nähren und stärken wir unser Selbst nur auch dann, wenn wir auch JA sagen können.


Für mich ist dabei die Natur eine ausserordentlich hilfreiche Lehrerin. Ihre Vielseitigkeit im mit- und nebeneinander zu leben ist ausserordentlich lehrreich. Kaum wird jetzt zur Sommerzeit etwas Neues gesetzt, gesät oder gepflanzt. Sondern es wird einfach gehegt und gepflegt, gesammelt, was jetzt schon da ist. Und zwar kontinuierlich! Und so können die Dinge ganz natürlich wachsen und sich auch von selbst wandeln, denn es liegt in ihrer natur!

Allerhöchstens wird etwas Unkraut gejätet, jedoch ist auch dies fragwürdig in dieser grossen Hitze.

Für mich steht dies versinnbildlicht fürs voll und ganz DA sein. Für sich selbst und dem was im Moment Freude bereitet und nährt, so dass die eigene Vielseitigkeit gelebt ist.


Mit der Natur und ihren Elementen verbunden zu sein, stimmt mich persönlich immer wieder sehr milde. Themen, Fragen und Herausforderungen lösen und wandeln sich dann oftmals von ganz alleine.


Hast du dich in obigem Text irgendwie wiedererkannt? Dann gebe ich dir heute sehr gerne zwei wertvolle Sichtweisen mit auf den Weg:


In einem 7tägigen Vipassanaretreat 2014 auf dem Beatenberg bei Lama Irene war für mich ein Schlüsselmoment, als sie in ihrer Art und Weise freundlich lächelnd sagte:


"Es nützt niemandem etwas, sich darüber zu ärgern und sich selbst zu bestrafen, dass du jetzt gerade dieses oder jenes Gefühl oder diesen oder jenen bewertenden Gedanken hast. Das macht das Gefühl oder den Gedanken nur noch stärker. Viel hilfreicher ist es, zu allem was ist, JA zu sagen. Es dasein zu lassen. Denn dann geschieht Veränderung. Das Leben, unsere Gedanken sind wie ein Schiff auf dem Meer und wir können das Schiff nicht besser navigieren, indem wir uns gegen die Wellen oder den Sturm stellen. Sondern in dem wir damit mitgehen. Sprich: Akzeptieren, dass es jetzt einfach gerade so ist. Auch das negativ über dich denkende."


Bob Marley wurde einmal gefragt, ob es aus seiner Sicht eine perfekte Frau gäbe. Und er antwortete:

Wen interessiert Perfektion?

Auch der Mond ist nicht perfekt, er ist voller Krater.


- Was ist mit dem Meer?

Unglaublich schön, aber der salzig und dunkel in der Tiefe.


- Was ist mit dem Himmel?

Immer so unendlich, d.h. die schönsten Dinge sind nicht perfekt, sie sind besonders und jede Frau, jeder Mann und jeder Mensch entscheidet sich, wer in ihrem Leben "besonders" ist.

Hör auf, "perfekt sein zu wollen", versuche lieber frei zu sein und lebe was DU willst, ohne anderen gefallen zu wollen.


Zur Autorin: Irina Katinka Horvath

ist Expertin in Selbstermächtigung. 20 Jahre hat sie Jugendliche unterrichtet, seit 10 Jahren Erwachsene in Ausbildung zur Tanztherapie. Zuerst nebenberuflich hat sie ihr eigenes Business aufgebaut, um Frauen in ihre Selbstermächtigung zu begleiten, ihre stärkste und freieste Version privat und beruflich zu leben. Seit 2017 führt sie in Zürich eine eigene Praxis und baut ihr erfolgreiches Onlineunternehmen auf, um als Digitale Nomadin ihren Lebenstraum längerfristig zu erfüllen. Aktuell ist sie auf Ibiza, lebt auf einer 400 Jahre alten Finca und bietet live exklusive One:1 Retreats bis Ende August auf der Insel an. WILD HEART IBIZA ist für diejenigen Frauen und auch Männer gedacht, die sich einfühlsamen Support und ein unvergessliches Erlebnis wünschen unkonventionelle und neue Perspektiven zu entwickeln und sich gleichzeitig von den entspannten, kreativen Vibes der Insel verzaubern zu lassen.

HEART EMPOWERMENT und BEYOND LIMITS sind ihre Online Signatureprodukte. Wenn es privat oder beruflich einfach noch etwas freier, stärker, selbstbestimmter und glücklicher werden darf, dann sind diese Onlinementorings, die 6 oder 8 Monate dauern, genau das Richtige, um eine grundlegende und nachhaltige Veränderung und einen ganzheitlichen Wandel anzustreben. Gerne kannst du dir auch ihr kostenloses Ebook runterladen, um bereits heute mit mehr Freiheit, Selbstermächtigung und Lebensfreude zu starten: www.irinahorvath.com/ebook

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